Worauf ich mich freue: Sich in der Pause gegenseitig m&m‘s in den Mund werfen.

Sonja, Lehrerin für Kunst und Theater, Nordhessen

Übungen zur indirekten Berührung


von Andrea Fischer
Handlungsanweisungen von "Das Ende kommt zum Schluss", Theater AG der Albert-Einstein-Schule, Groß-Bieberau

Tipp

Hier findest du verschiedene kostenfreie Online-Spielvorlagen wie dieses Glücksrad:

Übungen für die Stimme

Vibrationen spüren 1
Stelle dich in den Raum.
Stehe im Ausgangsstand (Füße hüftbreit auseinander, Fußaußenkanten parallel, aufrechte Haltung; ggf. sich an einer imaginären Schnur, die an der obersten Stelle des Kopfes befestigt ist, nach oben ziehen und wieder sinken lassen bis sich die Haltung aufrecht und stimmig anfühlt).
Daumen, Zeige- unf Mittelfinger der rechten Hand im leichten Klammergriff  von zwei Seiten an den Kehlkopf legen.
Einen Ton summen/brummen.
Spürst du mit den Fingern die Vibration im Kehlkopf?
Den Ton lauter, leiser, höher, tiefer werden lassen und auf die Veränderung in der Vibration achten.
"Pah" mit starkem Anlaut sagen und "Bah" ganz sanft schwingen lassen.
Wann wird die Schwingung stärker, wann ist sie weniger spürbar?

Vibrationen spüren 2
Stand wie zuvor.
Eine flache Hand in den Nacken und die andere falch oberhalb der Brust legen.
Brummen und summen wiederholen. Spürst du die Vibration? Sie ist hier feiner, aber dennoch wahrnehmbar.
Singt nun gemeinsam eine Strophe oder einen Refrain eines Liedes, das ihr alle kennt. (z.B. Bruder Jakob etc.)
Versucht die Vibration so intensiv wie möglich spürbar zu machen.
Die Singenden werden dadurch automatisch lauter und gewinnen den Ton aus dem Körper und nicht aus dem Kopfraum.

Ziel: Wahrnehmungsschulung, fördert Lautstärke, akzentuiertes Sprechen (sehr geeignet vor Aufführungen), beruhigt und fokussiert.

Gemeinsam auf Distanz

Ankommen
Alle kreuzen und queren im neutralen Gang den Raum.
Neutraler Gang bedeutet: In gemäßigtem Tempo, gerade Strecken gehen. Ich nehme die anderen wahr, reagiere aber nicht auf sie.
Ich stelle meine Augen auf einen „peripheren Blick“ ein: Ich sehe ein weites Umfeld ohne einen konkreten Punkt zu fixieren. Das eröffnet mir eine größeren Wahrnehmungsbereich.

Ist die Gruppe im ruhigen Raumgang angekommen, wird im nächsten Schritt die Wahrnehmung erweitert: Die Abstände zu den anderen Gehenden sind immer gleich. Das erfordert fließende, unaufgeregte Kurskorrekturen. Wir sind nur Bewegung und Blick.

Gemeinsam Luft schneiden
Die Bewegungsform und Abstände beibehalten. Wir spüren beim Gehen, wie wir mit unseren Körpern die Lust schneiden. Sie fließt rechts und links und über uns hinweg. Wir schaffen uns Raum. Dadurch, dass die anderen das ebenfalls tun, spüren wir auch die Wellen, die von den anderen ausgehen.
Die Gruppe schafft im Raum eine Luftverbindung miteinander.

Ab 6 Jahren
Dauer je nach Gruppengröße, Erfahrung und Altersstufe ca. 5-12 Minuten

Für Grundschule bis ca. 9 Jahre: Die Kinder narrativ in die Imagination eines Fisches unter Wasser führen. Bei den gemeinsamen Schwingungen reagieren die Kinder dann erfahrungsgemäß spielerisch aufeinander. Weiter auf die Regel achten: Nur Blickkontakt und im Fluss bleiben.

Aufbauende Übung nach Anne Bogarts Viewpoint Methode
Alle laufen auf der Stelle in einem sehr weiten Kreis. Eine Person gibt den Impuls in die Kreismitte zu laufen. Alle folgen unmittelbar. Sobald alle im Zentrum sind, sofort wieder in einer synchronen Bewegung in den Außenkreis zurückkehren. Als Zuschauende kann ich bestenfalls nicht feststellen, von wem der Impuls ausging.

Erfordert Übung. Stärkt die Gruppe und die Wahrnehmungsfähigkeit.

Literatur
Anne Bogart/Tina Landau: The Viewpoints Book, New York 2005

Übung im Klassensaal

Spiegelübung
Aufstehen und sich kurz locker am Platz bewegen, 3x springen und dabei die Arme schlenkern lassen.
Einen sicheren Stand finden, auf peripheren Blick umschalten (kein direkter Fokus und trotzdem Bewegungen in der ganzen Breite des Gesichtfeldes wahrnehmen).
Eine Person im Raum git den Impuls und hebt langsam beide Arme über den Kopf. Alle im Raum machen die Bewegung exakt mit, so dass es von außen so aussieht, als würde eine unsichtbare Kraft alle gleichzeitig bewegen. Senkt eine andere Person die Arme wieder, folgen alle sofort dieser Bewegung. Heben und senken unrhythmisch einleiten. 
Ca. 2-3 Minuten.

Ziel: Bringt Konzentration und Ruhe. Erhöht Bewusstsein für andere im Raum.

Tipp: Jeder im Raum darf nur einmal einen Impuls geben.

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Andrea Fischer

Philosophie und Kunstpädagogik M.A., Theaterkünstlerin, NLP Practitioner