EINZELVERMESSUNG

GK/LK-KU-Q2
Leitung: Nasia Papadopoulou-Poth

Ein fotografisches Selbstporträt. Das Gesicht als Fenster zur Welt. Sender und Empfänger zugleich. Wer bin ich? Wie werde ich wahrgenommen? Wie nehme ich mich selbst wahr?

Wer oder was ist mein Kontext? Sehe ich mich als Schüler*in, Bürger*in, politisches Wesen, philosophierendes Wesen, Kind?

Habe ich etwas mitzuteilen? Darf ich etwas mitteilen? Habe ich eine Stimme?

Gedanken wie diese sollen den Hintergrund und die Anregung für eine inszenierte, digital überarbeitete Fotografie, in S/W oder Farbe. Es soll ein sprechendes Selbstporträt werden, der Text-handschriftlich oder maschinell erstellt- soll frei wählbar das Gesicht überschreiben.

Dabei werden Format, Komposition, Kameraeinstellung und Kameraperspektive gezielt ausgewählt.

Kunstgeschichtliche Reflexion: Shirin Neshat, Speechless, 1996, Inszenierte Fotografie aus dem Bereich der Sozialfotografie.
Eine mit arabischen Schriftzeichen überarbeitete Porträtaufnahme einer iranischen Frau. Die Jugendlichen werden sensibilisiert für die Bildsprache und die gestalterischen Möglichkeiten der Fotografie einerseits sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte andererseits.

Die Vermessung Einzelner findet in allen Richtungen statt

Merlin Fröhlich

Kommentar zur Einzelvermessung - Merlin Fröhlich - 11.05.2021

Das abgegebene Bild visualisiert meine allgemeine Ansicht zum Thema 
Einzelvermessung, die ohne Weiteres auch auf den Schulalltag übertragbar ist. In diesem
Fall sollten die Gedanken in Überlegungen bezüglich Noten und dem Verhalten
untereinander berücksichtigt werden.
Muss ich mich messen lassen?
Ich sollte mich nicht messen lassen müssen. Ob es jedoch verpflichtend ist, liegt nicht in
meiner Gewalt. Das Bild kann nur als Stimme gegen eine verpflichtende
Einzelvermessung fungieren.
Wer vermisst wen?
Die Vermessung Einzelner findet in allen Richtungen statt: Die Einschätzung einer Person,
die sich in direktem oder indirektem Kontakt mit dieser ständig verändert, ist bereits als
Vermessung zu sehen. Maßstäbe, die im Leben tatsächlich Anwendung finden, werden in
der Regel von Menschen festgelegt, die in der Gesellschaft durch (höhere) Stellung oder
Respekt dazu befähigt sind.
Was ist das richtige Maß?
Das richtige Maß, wie weit man sich von den Maßen und Meinungen anderer abhängig
machen möchte, sollte von jedem selbst festgelegt werden dürfen, in selbstkritischer
Reflexion auf der ständig neuen Suche nach dem richtigen Maß, das während der
Entwicklung eines Menschen in seiner Intensität auch variieren darf.
Mache ich den messbaren Unterschied?
Aktuell, auch bezogen auf den Schulalltag, nicht, da es nicht in der Gewalt jedes
Einzelnen liegt, über das richtige Maß für sich selbst zu entscheiden. Dies würde den
messbaren Unterschied ausmachen.
Welche Probleme entstehen?
Es ist nicht garantiert, dass jeder selbstkritisch und ausreichend ehrlich zu sich selbst ist,
um das richtige Maß für sich zu erkennen.
Visualisierung
Das Bild zeigt eine Brücke, die sich über einen Fluss, eine Straße und eine Schlucht
spannt. Diese Brücke ist in Anlehnung an ein Maßband mit willkürlichen Maßeinheiten
versehen. Gestützt wird die Brücke von Silhouetten in verschiedenen Farben, deren
Farben sich auf der Brücke widerspiegeln, miteinander vermischen und so die
Beeinflussung durch Maße und Meinungen anderer symbolisieren. Es steht dem an die
Brücke Herantretenden frei, in welchem Maß er die Brücke nutzen oder die Hindernisse
auf eigene Verantwortung überqueren möchte.